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Rund um die Spirituose ranken sich zahlreiche Mythen. Phineas verrät, was man zum Thema Whisky wissen muss. Nicht nur, um sich im Gespräch nicht zu blamieren, sondern auch, um die schottische Köstlichkeit richtig würdigen zu können.
Wie schreibt man Whisky richtig?
Heißt es Whisky oder Whiskey? Beide Schreibweisen sind korrekt, vorausgesetzt, man wendet sie für das richtige Produkt an. In Schottland, Kanada und Japan spricht man von Whisky. Die Schreibweise mit „e“, also Whiskey, verwendet man für Produkte aus Irland und den Vereinigten Staaten.
Wer hat Whisky erfunden?
Man muss zu Whisky wissen, dass es keine einzelne Person war, die ihn erfunden hat. Es war auch kein einzelnes Land, obwohl sowohl Irland als auch Schottland behaupten, die ersten gewesen zu sein. In Wahrheit war es ein langer Prozess. Schon im frühen Mittelalter destillierten die Menschen – oft Mönche – aus Gerste eine berauschende, scharfe Spirituose. Im Gälischen nannte man das Erzeugnis uisge beatha. Übersetzt heißt das so viel wie „Wasser des Lebens“. Im Laufe der Jahrhunderte entstand daraus das Wort Whisky. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1405 in Irland, die erste urkundliche belegte Produktion kennt man aus dem Jahr 1494 in Schottland.
Was ist die Definition von Whisky?
Was sich Whisky oder Whiskey nennen möchte, muss ein paar Mindestanforderungen erfüllen: Als Rohstoff kommt nur Getreide (Gerste, Roggen, Mais oder Weizen) in Frage. Die Vergärung erfolgt durch den Zusatz von Hefe und bei der Destillation wird bis zu einem Alkoholgehalt von weniger als 94,8 Volumsprozent destilliert. So bleibt das Aroma erhalten. Die Lagerung und Reifung erfolgt in Holzfässern. Bei der Abfüllung sind mindestens 40 Volumsprozent Pflicht. Dazu kommen regionale Besonderheiten:
- Scotch (Whisky aus Schottland): Um sich Scotch Whisky nennen zu dürfen, muss in Schottland mit schottischem Wasser und gemältzen Getreide destilliert werden. Auch die Reifung muss in Schottland erfolgen, nämlich mindestens drei Jahre lang. Es darf (außer Wasser und Zuckercouleur für die Farbe) nichts zugesetzt werden.
- Irland (Irish Whiskey): Die Iren verlangen eine Destillation im Land und dreijährige Reifung in Holzfässern.
- USA (Bourbon): Bourbon wird in den USA hergestellt und aus mindestens 51 Prozent Mais bestehen. Die Reifung erfolgt in angekohlten, neuen Eichenfässern.
Wie erhält Whisky seinen Geschmack?
Oft wird behauptet, dass die Qualität des Wassers Einfluss auf den Geschmack des Endprodukts hätte. Dem ist allerdings nicht so. Denn bis zum Ende des Herstellungsprozesses wird das Wasser mehrmals hocherhitzt und destilliert. Geschmack bleibt da keiner übrig. Es kommt vielmehr auf die Lagerung an. Die Art des gewählten Fasses macht bis zu 80 Prozent des Geschmacks aus. Amerikanische Weißeiche zum Beispiel gibt Vanille- und Karamellnoten ab. Europäische Eiche bringt Würze. Auch die sogenannte Vorbelegung spielt eine Rolle. Wurde davor etwa Portwein im Fass gelagert, sorgt das für Noten von Beeren und Schokolade im Endprodukt. Durch das Toasting (Ausbrennen der Innenseite) karamellisiert Holzzucker. Auch dieser Geschmack wird an den Whisky abgegeben.
Ebenfalls eine Rolle, wenn auch eine kleinere, spielen die Dauer der Lagerung, das Klima, die Form der Brennblase und natürlich die Rohstoffe. Schottische Whiskys schmecken zum Beispiel oft sehr rauchig. Diese Noten entstehen, wenn feuchte Gerste über Torffeuer getrocknet wird. Mais schmeckt etwas süßlicher, Roggen würzig-pfeffrig und Gerste eher malzig und nussig. Bourbon kann jede Menge zugesetzt werden, um den Geschmack zu verändern. Man denke zum Beispiel an Honig oder Äpfel.
Was ist der Unterschied zwischen Single Malt und Blended Whisky?
Single Malt Whisky stammt aus einer einzigen Brennerei, darf aber aus unterschiedlichen Fässern dieser Brennerei gemischt werden. Whisky von anderen Brennereien kommt nicht in die Flasche. Dadurch bleibt der typische Charakter einer Distillery erhalten. Bei Blended Malt Whisky handelt es sich um spezielle Mischungen aus unterschiedlichen Destillerien. Sowohl Ersterer als auch Letzterer sind aus 100 Prozent Gerste destilliert. Handelt es sich um Blended Whisky (also ohne dem Zusatz „Malt“), ist auch der günstigere Getreidewhisky enthalten.


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